Evolution - Grundlagen evolutiver Veränderung - Fachmethoden - Populationsgenetik

Allelfrequenzen

Unter der Allelfrequenz verstehen wir die Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Allel in einer Population vorkommen. Betrachten wir irgendein Merkmal, z.B. die Haarfarbe von Kaninchen, das von einem Gen mit zwei Allelen abhängt (welch idealistische Annahme - in der Natur ist alles meistens viel komplizierter).

Eine Modellrechnung

Unsere Modellpopulation soll vierzig Individuen umfassen:

Modellsystem:
40 Individuen, davon

12 dunkelbraune; Genotyp DD

20 mittelbraune; Genotyp DH

8 hellbraune; Genotyp HH

Wir wollen jetzt die Allelfrequenzen der Alle D und H berechnen.

Modellsystem:
40 Individuen, davon

12 x DD = 24 x D

20 x DH = 20 x D und 20 x H

8 x HH = 16 x H

Summe D = 44; Summe H = 36;

Allelfrequenz D = 44/80 = 0,55

Allelfrequenz H = 36/80 = 0,45

Das Allel D kommt jetzt 44 mal in dem Genpool der Population vor. Jedes DD-Tier steuert zwei Exemplare des Allels bei, und jedes DH-Tier ein Exemplar, das macht zusammen 44 Exemplare des D-Allels. Für das H-Allel berechnen wir entsprechend 36 Exemplare (2*8 + 1*20).

Insgesamt existieren 80 D- und H-Allele in der Population, also hat das D-Allel die Allelfrequenz 44/80 = 0,55 und das H-Allel die Allelfrequenz 36/80 = 0,45.

Allelfrequenzen

In der Fachliteratur verwendet man für solche Allelfrequenzen auch die Kleinbuchstaben p und q. Für unsere Beispielpopulation berechnen wir dann:

p = 0,55
q = 0,45

Dabei fällt uns auf, dass die Summe aus p und q immer 1 ergeben muss, und dass man daher den q-Wert aus dem p-Wert berechnen kann:

q = 1 - p

Um eine Population allelfrequenzmäßig zu charakterisieren, reicht es also völlig aus, wenn man nur den p-Wert angibt.




Ulrich Helmich, März 2005

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