Mikro- und MakroevolutionMikroevolutionWie bereits im Abschnitt Selektion und Anpassung beschrieben, entwickelt eine Art im Laufe der Zeit immer bessere Angepasstheiten an ihre Umwelt, wenn die Umweltbedingungen über längere Zeit mehr oder weniger konstant bleiben (stabilisierende Selektion). Ändert sich die Umwelt langsam, so "läuft" die Spezies (die Art) der Umwelt sozusagen hinterher, um gut angepasst zu bleiben (transformierende Selektion). Und unter bestimmten Bedingungen kann es auch zu einer divergierenden Selektion kommen. Diese drei Arten der Selektion werden gern auch als Mikroevolution oder auch "Evolution innerhalb einer Art" bezeichnet. Der Industriemelanismus (Angepasstheit des Birkenspanners an helle bzw. dunkle Birken) ist das Musterbeispiel für Mikroevolution schlechthin. Die Belege für das Vorkommen von Mikroevolution in der Natur sind so zahlreich, dass selbst eingefleischte Kreationisten die Mikroevolution nicht abstreiten. Bei Drosophila und anderen Insekten-Arten hat man Mikroevolutionsprozesse schon mehrfach experimentell ausgelöst und dokumentiert. MakroevolutionUnter diesem Begriff versteht man Evolution in größerem Maßstab - vor allem die Bildung von neuen Arten aus Vorgängerarten fällt unter diesen Begriff. Fragestellungen wie zum Beispiel "Stammen Mensch und Schimpanse von einem gemeinsamen Vorfahren ab?" (stark abiturrelevant) gehören in den Bereich der Makroevolution, ebenso die Frage "Wer waren die Vorfahren der Wale und Delphine?" oder "Stammen alle Landwirbeltiere tatsächlich von Quastenflossern oder Lungenfischen ab?". ArtbildungDieser Abschnitt 3.1 beschäftigt sich mit einem Thema, das zwischen Mikroevolution und Makroevolution liegt. Wir wollen hier der Frage nachgehen, wie neue Arten im Prinzip entstehen können. Die beiden wohl bekanntesten Artbildungsmechanismen sind die allopatrische Artbildung und die sympatrische Artbildung. |
Artbildung am Beispiel einer Kaninchenpopulation Einzelheiten dazu finden Sie auf meinen Spezialseiten "Allopatrische Artbildung" und "Isolationsmechanismen". |
Allopatrische ArtbildungDie allopatrische Artbildung verläuft in mehreren Schritten. Zunächst wird eine Population in zwei Teilpopulationen getrennt, undl zwar so, dass der Genfluss zwischen den beiden Teilpopulationen unterbrochen wird. Beide Populationen entwickeln sich nun unabhängig voneinander. In jeder Population treten andere Mutationen auf, und die unterschiedlichen Selektionsdrücke führen schließlich zu einer divergierenden Evolution. Schließlich haben sich die beiden Populationen phänotypisch so weit auseinander entwickelt, dass eine fruchtbare Fortpflanzung zwischen Individuen der beiden Populationen nicht mehr möglich ist: Es haben sich zwei neue Arten gebildet. Einzelheiten dazu finden Sie auf meinen Spezialseiten "Allopatrische Artbildung" und "Isolationsmechanismen". |
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Sympatrische ArtbildungUnter diesem Fachbegriff versteht man eine Bildung von zwei Arten, ohne dass vorher eine räumliche Trennung stattgefunden haben muss. Einzelheiten dazu erfahren Sie auf meiner Spezialseite "Sympatrische Artbildung". |

(C) Ulrich Helmich, März 2011