Evolution - Evolutionshinweise - Rezente Hinweise

4.1.3 Molekularbiologische Homologien

Biochemische Methoden der Stammbaumforschung, ein historischer Überblick

1900 Präzipitin-Test

Die erste dokumentierte biochemische Untersuchung des Verwandtschaftsgrades zweier Arten führte bereits 1900 der britische Biologie FALKNER durch. Er untersuchte Blutproben von Menschen, Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Gibbons und kam zu dem Schluss, dass der Mensch mit den afrikanischen Menschenaffen näher verwandt ist als mit den asiatischen. Im Laufe der nächsten Jahre wurde diese Untersuchungsmethode verfeinert und ist heute als Präzipitin-Test bekannt.

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1960 Protein-Sequenzierung

1960 wurden die Blutproteine verschiedener Arten isoliert und mit Hilfe der Elektrophorse in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Die so gewonnenen Proteine wurden dann Aminosäure für Aminosäure chemisch abgebaut, so dass schließlich die Aminosäure-Sequenz bestimmter Proteine verglichen werde konnte.

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1975 DNA-Hybridisierung

Diese Aminosäure-Sequenzierung war sehr umständlich und wurde Ende der 60er Jahre langsam von ersten, noch recht ungenauen DNA-Analysen abgelöst. 1966 entwickelten BRITTEN und KOHNE die DNA-DNA-Hybridisierung, welche sich aber erst Mitte der 70er Jahre in der Evolutionsbiologie durchsetzte.

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1985 DNA-Sequenzierung

Ab 1973 konnte man Gene gezielt klonieren, und 1975 bis 1977 entwickelten SANGER die Strangabbruchmethode sowie MAXAM und GILBERT die chemische Sequenzierung der DNA, wie sie auch heute noch angewandt werden.

Zunächst konnte man nur leicht zugängliche DNA und RNA untersuchen, z.B. die RNA der Ribosomen. Als jedoch 1983 bis 1985 die Polymerase-Kettenreaktion entwickelt wurde, änderte sich die Situtation. Mit der PCR konnte man DNA-Abschnitte, die nur in extrem geringen Mengen vorlagen, vervielfältigen, so dass anschließend eine Sequenzierung möglich war.

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Ulrich Helmich, März 2005

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