Evolution - Stammesgeschichte

4.3 Der Begriff der Ähnlichkeit - Homologien und Analogien

Unter einer Homologie versteht man eine Ähnlichkeit aufgrund gleicher oder zumindest stark ähnlicher Erbinformation.

Ähnliche Erbinformation führt zu ähnlichen Proteinen, ähnliche Proteine katalysieren ähnliche chemische Reaktionen, dies führt zu ähnlichen Differenzierungs- und Wachstumsprozessen und schließlich zu einem ähnlichen Phänotyp.

Nicht immer sind Homologien als solche erkennbar. Im Laufe der Evolution passen sich Lebewesen an ihre Umwelt an, dabei verändert sich das äußere Erscheinungsbild teils erheblich. Die Organe werden umgebildet, übernehmen teilweise sogar eine neue Funktion (Funktionswechsel). Die Vorderbeine der Wale wurden zu Flossen, ebenso die Vorderbeine der Robben. Die Vorderbeine des Maulwurfs dagegen haben sich zu effektiven Grabschaufeln umentwickelt, während die Vorderbeine der Fledermäuse zu Flügeln wurden.

Wir haben hier eine typische divergente Entwicklung vorliegen, wie sie bei der adaptiven Radiation von Arten nicht selten ist.

Daher kann man die Entstehung von Homologien auch umschreiben mit: "Unähnlichwerden von etwas ursprünglich Ähnlichem".

Da Homologien nicht immer leicht zu erkennen sind, hat man eine Reihe von Homologiekriterien aufgestellt, die erfüllt sein müssen, damit eine Ähnlichkeit als Homologie und nicht als Analogie gilt. Nur wenn eine Homologie erwiesen ist, kann man die gefundene Ähnlichkeit zur Konstruktion eines Stammbaums verwenden.

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie auf den regulären Seiten zur Evolutionsbiologie




Ulrich Helmich, März 2005

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