Home > Biologie > Ökologie > Aktuelle Artikel

Das noch viel größere Krabbeln

Originalartikel:
Henri Wagner: Das noch viel größere Krabbeln. In: Spektrum – Die Woche, Nr. 27/2026, S. 22–24.


KI-Zusammenfassung

Insekten gelten als artenreichste Tiergruppe, doch ihre tatsächliche Vielfalt könnte bisher stark unterschätzt worden sein. Eine Forschungsgruppe wertete ein über 40 Jahre aufgebautes Inventar aus der Área de Conservación Guanacaste in Costa Rica aus. Dort wurden mehr als 1,6 Millionen Insekten gesammelt, per DNA-Barcoding untersucht und rund 54 000 Arten nachgewiesen.

Besonders wichtig waren 1414 Arten der parasitoid lebenden Microgastrinae-Wespen. Aus dem Verhältnis zwischen entdeckten und statistisch erwarteten, bislang unentdeckten Arten schätzte das Team für das Schutzgebiet insgesamt etwa 330 000 Insektenarten. Für die Hochrechnung auf die Erde nutzten die Forschenden vor allem das Verhältnis der weltweiten Baumarten zur Baumartenvielfalt des Untersuchungsgebiets und überprüften den Ansatz zusätzlich an anderen Tiergruppen.

Das Ergebnis liegt bei weltweit 14 bis 20 Millionen Insektenarten und damit deutlich über früheren Schätzungen von etwa sechs Millionen. Da erst rund 1,2 Millionen Arten wissenschaftlich beschrieben sind, unterstreicht die Studie, wie lückenhaft das Wissen über die globale Biodiversität noch ist und wie dringend unbekannte Arten erfasst und geschützt werden müssen.


Fachgebiete:

• Entomologie
• Biodiversitätsforschung
• Ökologie
• Naturschutzbiologie


Tags:

Insektenarten, Artenvielfalt, Biodiversität, DNA-Barcoding, Costa Rica, Microgastrinae, Parasitoidenwespen, Artenschätzung, Insektensterben, Naturschutz