Schroedel, Grüne Reihe: Ökologievon Ulrich Helmich (www.u-helmich.de) Schauen wir uns doch einmal an, welche Fachbegriffe in dem neuen Schroedel-Band "Ökologie" aus der Grünen Reihe im Zusammenhang mit der ökologischen Potenz verwendet werden. Ökologische AmplitudeEin recht ungewöhnlicher neuer Begriff (nur 2.010 Fundstellen bei Google). Das Kompaktlexikon der Biologie (Spektrum-Verlag) definiert diesen Begriff nicht, sondern verweist auf "ökologische Potenz". Danach versteht man also unter der ökologischen Amplitude das gleiche wie unter ökologischer Potenz. ReaktionsnormDas ist schon ein sehr bekannter Fachbegriff, der in jedem Buch vorkommt (11.400 Fundstellen bei Google, da hätte ich doch deutlich mehr erwartet). Der Begriff Reaktionsnorm beleuchtet den genetischen Aspekt der ökologischen Potenz. Danach ist die Art und Weise, wie Individuen bzw. ganze Populationen auf Schwankungen der Umwelt reagieren, zum größten Teil genetisch festgelegt. Manche Organismen haben eine kleine Reaktionsnorm, andere eine große. Optimum, Minimum, Maximum, VorzugsbereichDiese Fachbegriffe, die auch in jedem Schulbuch stehen, werden wie gewohnt verwendet. Physiologische PotenzDamit meinen die Autoren der Grünen Reihe das, was ich auf meinen Seiten als autökologische Präferenz bezeichnet habe. Also den Vorzugsbereich in Abwesenheit von Feinden oder Konkurrenten. Ökologische PotenzDer klassische Begriff für das, was ich auf meinen Seiten als synökologische Präferenz bezeichnet habe. |
Leider ist diese Seite notwendig, da in verschiedenen Schulbüchern teils unterschiedliche Fachbegriffe verwendet werden. |
Cornelsen, Biologie OberstufeDer Begriff "Ökologische Potenz" wird nur einmal kurz auf Seite 311 erwähnt, jedoch nicht definiert, wie auch überhaupt auf den ganzen Themenkomplex, den ich hier behandle, nur sehr knapp eingegangen wird. Der Schwerpunkt des Cornelsenbuchs liegt hier eher auf einzelnen Umweltfaktoren wie Temperatur und auf das Zusammenspiel mehrerer Umweltfaktoren. |
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Linder, BiologieWas mir hier auf Seite 50 aufgefallen ist: Der Linder unterscheidet zwischen Ökologischer Potenz und Toleranzbereich. PessimumDies ist ein Begriff, den ich in einem Schulbuch sonst noch nicht so deutlich gesehen habe (aber immerhin 176.000 Fundstellen bei Google). Vielleicht liegt's ja auch an mir. Unter Pessimum versteht man das, was man im Volksmund als "zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel" bezeichnet. Gemeint sind die beiden Bereiche in der Nähe des Minimums bzw. des Maximums, in denen die Organismen zwar gerade noch leben können, aber nicht auf Dauer. ToleranzbereichDer Toleranzbereich, so wie er im Linder definiert ist, geht von Minimum bis Maximum, beinhaltet also die beiden Pessima. Ökologische PotenzDie Ökologische Potenz ist im Linder schmaler als der Toleranzbereich. Die Ökologische Potenz ist hier der Toleranzbereich ohne die beiden Pessima. Also der Bereich, in dem die Lebewesen auch langfristig leben können. Physiologische Potenz / Ökologische PotenzDiese beiden Begriffe finden sich eigentlich nur im Glossar. Der Linder verwendet hier auch die eher veralteten Begriffe und nicht die moderneren Begriffe autökologische / synökologische Potenz. |
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Zusammenfassung:Ich bin fast geneigt, hier zu sagen: Wenn man in drei Schulbüchern die Fachbegriffe nachschlägt, findet man vier Meinungen. Mindestens. Na ja, ganz so schlimm ist es nicht. Die meisten Fachbegriffe werden mehr oder weniger einheitlich verwendet. Probleme gibt es mit dem autökologischen und synökologischem Präferenzbereich, die häufig als physiologischer und ökologischer Präferenzbereich (bzw. Potenz) bezeichnet werden. |
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(C) Ulrich Helmich, Januar 2010