Atmungskette |
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Grundprinzip der ATP-SyntheseSchauen wir uns zunächst einmal einen bekannten Prozess an, den "aktiven Transport" (Abb 1): Auf der linken Seite der Membran befinden sich viele Teilchen, es herrscht eine hohe Konzentration. Auf der rechten Seite ist die Konzentration nicht so hoch. Es besteht also ein Konzentrationsgefälle von links nach rechts. An sich würden jetzt die Teilchen in Richtung dieses Konzentrationsgefälles diffundieren. Sollen sie dagegen von rechts nach links transportiert werden, "bergauf" sozusagen, so geht das nur unter Verbrauch von Energie. Die Hauptenergiequelle für solche Prozesse ist in der Zelle das ATP, eine energiereiche chemische Verbindung. Das ATP wird in die Bestandteile ADP und Phosphat gespalten, und die dabei freigesetzte Energie wird zum Bergauf-Transport der Teilchen benutzt. Lassen wir einen solchen aktiven Transport doch einfach einmal umgekehrt ablaufen. Dann würde sich folgendes Bild bieten: Es herrscht ein Konzentrationsgefälle von links nach rechts, und die Teilchen diffundieren in Richtung dieses Gefälles. Wenn zum Bergauftransport Energie in Form von ATP benötigt wurde, müsste jetzt eigentlich Energie in Form von ATP freigesetzt werden. |
Abb. 1 |
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ATP-Synthese während der AtmungsketteDie eben beschriebene Art und Weise der ATP-Synthese findet an der inneren Membran der Mitochondrien statt. In dem Raum zwischen den beiden Membranen, dem Membranzwischenraum, herrscht normalerweise eine hohe Konzentration an Protonen, im Innern des Mitochondriums, in der Matrix, dagegen eine niedrige Konzentration (theoretisch könnte man das mit Universalindikator nachweisen). Die Protonen diffundieren also aus dem Zwischenraum nach innen und passieren dabei den großen Enzymkomplex ATP-Synthase (Abb. 3 und 4). Dieses Enzym stellt auf die eben beschriebene Art aus ADP und Phosphat das ATP her. Leider gibt es ein kleines Problem bei diesem Mechanismus: Wenn dauernd Protonen in den Mitochondrium-Innenraum einströmen, kommt es mit der Zeit zu einem Konzentrationsausgleich. Dann könnte aber kein ATP mehr hergestellt werden. Zwei verschiedene Strategien haben die Lebewesen entwickelt, um den erforderlichen Protonentransport anzutreiben. Die grünen Pflanzen und Bakterien setzen die Energie des Sonnenlichts ein, und die heterotrophen Lebewesen (Bakterien, Pilze, Tiere) lassen chemische Reaktionen ablaufen, um die benötigte Energie zu gewinnen, z.B. die Knallgasreaktion. |
Abb. 2 |
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ElektronentransportketteKann man die Knallgasreaktion in mehrere harmlose Schritte zerlegen? Wer sich etwas mit Redoxchemie auskennt, weiß, dass die unedlen Metalle (Natrium, Magnesium) gern Elektronen abgeben während die Edelmetalle wie Silber und Gold ihre Elektronen lieber behalten. Man sagt dann: Natrium und Magnesium haben ein sehr hohes (negatives) Redoxpotential, und Gold und Silber haben ein sehr niedriges (positives) Redoxpotential. Auch viele organische Verbindungen können Elektronen abgeben. Manche leichter, manche nicht so leicht, so dass man unterschiedliche Redoxpotentiale messen kann.
In einem Mitochondrium befinden sich in der Innenmembran solche organische Verbindungen, die in der Lage sind, Elektronen aufzunehmen und auch wieder abzugeben. Das NADH/H+ gibt seine zwei Elektronen zunächst an ein Chinonmolekül ab. Dabei wird etwas Energie freigesetzt, die zum aktiven Transport eines Protons genutzt werden kann.
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ZusammenfassungBei der Atmungskette findet ein umgekehrter aktiver Transport statt: durch das passive Einströmen von Protonen in das Mitochondrium wird ATP synthetisiert. Das dazu notwendige Protonengefälle kann nur durch ständiges Hineinpumpen neuer Protonen in den Membranzwischenraum aufrechterhalten werden. Die dazu erforderliche Energie wird durch eine exotherme chemische Reaktion geliefert, der Reaktion von NADH/H+ mit Sauerstoff. Bei dieser Reaktion werden zwei Protonen und zwei Elektronen vom NADH/H+ auf den Sauerstoff übertragen. Allerdings ist diese Reaktion zu energiereich für die Zelle und muss daher in mehrere harmlose Teilschritte zerlegt werden (Elektronentransport-Kette). |
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(C) Ulrich Helmich im Mai 2003
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