Zellbiologie - Lichtenergie - Photosynthesefaktoren
2.1 Licht |
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2.1.1 Lichtintensität und LichtkompensationspunktDie Photosyntheserate einer grünen Pflanze hängt, wie die Versuche mit der Wasserpest gezeigt haben, von der Lichtintensität ab. Allgemein kann man sagen: je größer die Lichtintensität, desto höher die Photosyntheserate. Allerdings ist diese Beziehung nur bei geringen und mittleren Lichtintensitäten linear. Bei höheren Lichtintensitäten liegt ein typisches Sättigungsverhalten (Sättigungskurve) vor. Die Abbildung rechts zeigt die Abhängigkeit der Sauerstoffproduktion von der Lichtintensität bei einer Lichtpflanze und einer Schattenpflanze. Bemerkenswert ist hier, daß bei niedrigen Lichtintensitäten nicht nur kein Sauerstoff produziert wird, sondern es wird sogar Sauerstoff verbraucht. Die Pflanzen "atmen" im Dunkeln. Die Lichtintensität, bei der sich Sauerstoffverbrauch durch Atmung und Sauerstoffproduktion durch Photosynthese die Waage halten, nennt man Lichtkompensationspunkt
Lichtkompensationspunkt Lichtpflanzen haben normalerweise einen höheren Lichtkompensationspunkt als Schattenpflanzen, d.h., es ist mehr Licht erforderlich als bei einer Schattenpflanze, damit überhaupt Sauerstoff produziert wird. Das sollte eine Lichtpflanze aber nicht weiter stören, da sie ja genug Licht zur Verfügung hat. Bei niedrigen Lichtintensitäten (im Schatten, im dunklen Tann...) ist die Schattenpflanze der Lichtpflanze also überlegen. Bei höheren Lichtintensitäten kann die Lichtpflanze das Licht besser ausnutzen, weil der Sättigungswert der Sauestoffproduktion höher ist als bei der Schattenpflanze.
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Abhängigkeit der Photosyntheserate von der Lichtintensität |
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2.1.2 LichtqualitätDaß die Photosyntheserate auch von der Lichtfarbe abhängig ist, kann man mit einem genialen Versuch beweisen: Man nehme eine fädige Grünalge, lege diese unter ein Mikroskop, gebe sauerstoffliebende Bakterien in den Wassertropfen und bestrahle dann den Algenfaden nicht mit normalem Licht, sondern mit einem Regenbogen, indem man das Licht durch ein Prisma leitet. Man kann erkennen, daß sich besonders viele Bakterien im blauen und im roten Bereich des Spektrums sammeln, offensichtlich produziert der Algenfaden dort besonders viel Sauerstoff. Obwohl die Versuche Engelmanns (siehe rechts) schon vor über 100 Jahren gemacht wurden, treffen die Aussagen immer noch zu. Mit modernen Untersuchungsmethoden konnten die Behauptungen Engelmanns bestätigt werden.
Warum grüne Pflanzen nun hauptsächlich im blauen und roten Bereich des sichtbaren Lichtes absorbieren und Photosynthese betreiben, zeigen die vier kleinen Diagramme rechts.
Das normale Sonnenlicht enthält einen sehr großen Blau-Anteil (Diagramm oben links). Entsprechend sind die Pflanzen darauf eingestellt, indem sie bevorzugt blaues Licht absorbieren. Auch das bei Bewölkung auf die Pflanzen treffende Licht enthält einen starken Blauanteil (oben rechts).
An hellen Standorten kann auch das energiereichere blaue Licht verwertet werden. Zwar ist hier die Ausbeute pro aufgenommenem Lichtquant nicht so besonders hoch, dafür gibt es hier aber auch besonders viele Lichtquanten.
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Der berühmte ENGELMANNsche Bakterienversuch. Engelmann führte solche Versuche 1882 bis 1884 durch. Er benutzte die Grünalgen Oedogonium und Cladophora als Versuchsobjekte.
Die Zusammensetzung des Sonnenlichts in Abhängigkeit vom Wetter und vom Standort. |
Ulrich Helmich, im Mai 2001
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