3.4 Lichtabsorption
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Was geschieht, wenn ein Atom Licht absorbiert?Denken wir uns dazu ein einfaches Wasserstoffatom. Das Elektron kreist - zumindest nach dem Schalenmodell - auf einer kugelförmigen Schale um den Atomkern, der im Falle des Wasserstoffs nur aus einem einzigen Proton besteht.
Wie sieht diese Lichtabsorption beim Chlorophyll aus?Wie wir bereits vorher festgestellt haben, absorbiert Chlorophyll vorzugsweise rotes und blaues Licht (siehe Photosynthesefaktor Licht). Wir können nun ein einfaches Modell entwickeln, das einerseits diese Tatsache erklärt, und uns andererseits erklärt, wieso das Redoxpotential von Chlorophyll nach Lichtabsorption so stark negativ wird. Chlorophyll, welches nicht belichtet wird, befindet sich in einem energetischen Grundzustand. Diesen können wir schematisch durch eine waagerechte Linie in einem Diagramm kennzeichnen. Zustände höherer Energie werden ebenfalls durch Linien gekennzeichnet, die allerdings höher liegen.
Jetzt müßte eigentlich klar sein, wieso durch Absorption von rotem und blauen Licht das Redoxpotential von Chlorophyll derart stark ansteigen kann. Es müßte auch klar sein, warum blaues Licht der Pflanze keinen Vorteil gegenüber rotem Licht bringt.
Warum bringt blaues Licht der Pflanze keinen Vorteil gegenüber rotem Licht, wo doch blaues Licht wesentlich energiereicher ist?Also nochmal: die Elektronen des Chlorophylls können dann leicht an andere Stoffe abgegeben werden, wenn sie sich im sogenannten 1. angeregten Singulettzustand befinden. In diesen Zustand gelangen die Elektronen durch Absorption von Rotlicht. Durch Blaulicht können die Elektronen zwar in den energiereicheren 2. angeregten Singulettzustand gelangen, dieser ist aber für die Photosynthese nicht direkt verwertbar (vielleicht hilft die Vorstellung, daß die Elektronen in diesem Zustand "zu viel Energie" für eine vernünftige Reaktion haben). Erst wenn die Elektronen vom 2. Singulettzustand in den 1. Singulettzustand "zurückfallen", können sie photochemisch ausgenutzt werden. Darum bringt die Absorption von Blaulicht der Pflanze keinen direkten Vorteil. Fehlt natürlich der Rotanteil im Licht, so ist es ganz günstig, wenn auch Blaulicht verwertet werden kann.
Ich möchte noch mehr über die Lichtabsorption des Chlorophylls wissen!Das ist ja echt toll, dass Sie noch mehr über die Lichtabsorption des Chlorophylls wissen wollen. Wie war doch noch mal Ihr Name? Ich schreibe mir gleich einen Pluspunkt für diese Frage in mein Notenbuch. Das Chlorophyll a hat ein Absorptionsmaximum bei 430 nm (blaues Licht) und eines bei 660 nm (hellrotes Licht).
Energieniveaus des ChlorophyllsDas höchste Energieniveau ist der zweite Singulettzustand S2, der bei 430 nm angeregt wird. In der extrem kurzen Zeit von 10-12 Sekunden fallen die angeregten Elektronen vom zweiten auf den ersten Singulettzustand S1 zurück. Durch Absorption von Rotlicht gelangen die Elektronen vom Grundzustand direkt in den S1-Zustand. Die Lebensdauer dieses Zustandes beträgt etwa 5 * 10-9 Sekunden. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 33% fallen die Elektronen von S1 in den Grundzustand S0 zurück. Mit 67% Wahrscheinlichkeit dagegen fallen die Elektronen in einen energetisch geringfügig niedrigeren Triplettzustand T. Dieser Triplettzustand kann nicht durch direkte Absorption erreicht werden, sondern nur durch "Zurückfallen" von S1-Elektronen. Energieabgabe beim "Zurückfallen"Wenn ein Elektron von einem höheren Energieniveau auf ein niedrigeres zurückfällt, so wird dabei ein gewisser Energiebetrag frei. Die freigesetzte Energie kann grundsätzlich in Form von Wärme, Licht oder anderer Strahlung abgegeben werden. Aber auch sogenannte "strahlungslose" Energieübergänge sind möglich, wie folgende Abbildung zeigt.
Viel interessanter für die Photosynthese sind jedoch die strahlungslosen Energieübergänge. Sie ermöglichen einen Energietransfer von einem Chlorophyllmolekül zum nächsten. Einzelheiten dazu siehe jedoch Extrakarte "Lichtsammelkomplexe". |
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