Idee: Brigitte Niemann, Photos: Ulrich Helmich, Anmerkungen: Dr. Ewald Fernbach.
Durchführung:

1 Der Standzylinder wird zu zwei bis drei Zentimeter mit verdünnter Phenolphthaleinlösung gefüllt, dann mit einer Einmachfolie dicht verschlossen (mit Bindfaden abschnüren). Die Folie ist recht großzügig zu bemessen, damit beim Umdrehen des Zylinders keine Lösung heraustropfen kann.

2 Nun wird der Standzylinder mit der Phenolphthaleinlösung in ein Stativ eingespannt und dann umgedreht über der Glasschüssel befestigt.

3 Der Standzylinder wird so abgesenkt, dass er im Wasser steht. Den Boden der Glasschüssel sollte die Folie allerdings nicht berühren.

4 Dann wird etwas Natronlauge zu dem Wasser in der Glasschüssel gegossen, so dass eine stark verdünnte NaOH-Lösung entsteht.
Beobachtungen

5 In der Vergrößerung erkennt man, was passiert. Die Phenolphthalein-Lösung wird recht schnell intensiv rot, während die Natronlauge sehr lange braucht, um leicht rot zu werden.

6 Bei Beendigung des Versuchs sieht man die Ergebnisse ganz deutlich. Intensivrote Färbung im Standzylinder, lediglich blassrote Färbung in der Natronlauge.
Deutung
Die Deutung des Versuchs ist ganz einfach: Die Einmachfolie ist eine semipermeable Membran, d.h. sie ist durchlässig für kleine Moleküle und Ionen, nicht aber für große Moleküle oder Ionen.

Wenn der Standzylinder in die Natronlauge abgesenkt wird, so können die kleinen Hydroxid-Ionen der Lauge leicht durch die Folie in die Phenolphthalein-Lösung eindringen. Phenolphthalein reagiert dann mit den Hydroxid-Ionen zu einem intensiv roten Farbstoff.
Die Phenolpthalein-Moleküle andererseits sind ziemlich groß und haben große Schwierigkeiten, die Membran zu passieren. Einige wenige Moleküle dringen jedoch in die Natronlauge ein und sorgen dort für die leichte Rosafärbung.