Das Oxonium-Ion H
3O
+ besitzt noch eine mit zwei Elektronen besetze Kugelwolke - in der obigen Abbildung blau dargestellt. Theoretisch könnte sich also noch ein weiteres Proton an das Ion anlagern.
Nun zur eigentlichen Aufgabe: Wieso gibt es keine H4O2+-Ionen?
Rein theoretisch könnten sich solche Ionen wohl bilden - beim Methan-Molekül ist ja auch ein zentrales Atom von vier H-Atomen umgeben. Nur es kann nie dazu kommen, weil das Oxonium-Ion positiv geladen ist und daher ein Proton, sollte es sich zufällig einmal nähern, sofort abstoßen würde.
Mal abgesehen davon ist es auch recht unwahrscheinlich, dass ein Proton auf ein Oxonium-Ion stößt. Wasser hat eine Konzentration von 55 mol/l. Selbst in 1-molarer Salzsäure kommen also 55 H2O-Moleküle auf ein H3O+-Ion. Bevor sich also ein Proton an ein Oxonium-Ion anlagern kann, ist es 55 mal wahrscheinlicher, dass es noch ein freies Wasser-Molekül findet.
Schließlich noch eine Bemerkung: Es gibt nicht nur keine H4O2+-Ionen, sondern es gibt auch keine H3O+-Ionen. Oxonium-Ionen selbst sind wieder von jeweils drei H2O-Molekülen umgeben. Diese bilden keine einfache Hydrathülle, sondern sind mit ihren O-Atomen über drei H-Brücken mit den H-Atomen des Oxonium-Ions relativ fest verbunden, so dass man tatsächlich von einem H9O4+-Ion sprechen kann.