Dieser Versuch darf nur als Lehrerversuch im Abzug durchgeführt werden. Auch die Brennproben und die Untersuchung der Flüchtigkeit sollte im Abzug durchgeführt werden.
Eine richtige "Deutung" dieses Versuchs ist nicht möglich, da mit diesem Versuch keine "Frage an die Natur" gestellt wird, sondern weil es sich einfach um eine Demonstration eines bekannten, in der Industrie eingesetzten Verfahrens handelt. Daher beschränke ich mich hier also auf ein paar erklärende Worte.
Erdöl ist ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen wie Pentan, Hexan, Heptan und so weiter. Auch ringförmige, verzweigte und vor allem sehr langkettige Kohlenwasserstoffe kommen im Erdöl vor. Daneben sind auch Alkene, Alkine und weitere organische Verbindungen im Erdöl enthalten. Jede dieser Verbindungen hat einen eigenen Siedepunkt, der im Wesentlichen von der Kettenlänge der Verbindung abhängt. Aus diesem Grund kann man auch keinen Siedepunkt für das Erdöl angeben, es handelt sich schließlich um ein Stoffgemisch.
Das Verfahren der Destillation wird hier als bekannt vorausgesetzt - andernfalls wiederholen Sie bitte den Stoff der 7. Klasse und melden sich dann wieder auf dieser Seite zurück. Bei der fraktionierten Destillation versucht man, nicht einfach die Flüssigkeit vom Feststoff zu trennen (Wasser / Salz) oder zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Siedepunkten zu trennen (Wasser / Alkohol), sondern das Ziel ist die Zerlegung des flüssigen Gemischs in mehrere Fraktionen. Diese Fraktionen unterscheiden sich durch ihre unterschiedlichen Siedebereiche. Bei der fraktionierten Destillation von Erdöl haben wir in unserem Versuch drei Fraktionen gewonnen. Bei diesen Fraktionen handelt es sich aber nicht um Reinstoffe, sondern die Fraktionen sind ebenfalls Stoffgemische. Wollte man eine dieser Fraktionen in Reinstoffe zerlegen, müsste man sie erneut fraktioniert destillieren.
Auf dem unteren Glockenboden herrscht eine recht hohe Temperatur. Stoffe wie Pentan oder Hexan, die eine Siedetemperatur von vielleicht 60 oder 70 Grad Celsius haben, können bei diesen hohen Temperaturen nicht kondensieren, sie bleiben gasförmig und strömen weiter nach oben. Stoffe mit 10 oder mehr Kohlenstoff-Atomen haben aber Siedetemperaturen um 180 bis 200 Grad Celsium. Bei einer Temperatur von 170 Grad Celsius kondensieren solche Kohlenwasserstoffe, werden flüssig und sammeln sich auf dem unteren Glockenboden.
Auf dem oberen Glockenboden herrscht eine Temperatur von ca. 60 bis 70 Grad Celsius. Hier kondensieren Kohlenwasserstoffe, die eine Siedetemperatur von 80, 90 oder 120 Grad Celsius haben. Die zweite Fraktion besteht daher aus Alkanen wie Heptan, Octan und eventuell Nonan sowie aus anderen Kohlenwasserstoffen mit Siedetemperaturen in diesem Bereich.
Pentane und eventuell Hexane kondensieren auf dem oberen Glockenboden noch nicht, sondern gelangen als Gase in den Liebigkühler. Dort werden sie auf 30 oder 40 Grad abgekühlt und kondensieren dann schließlich als dritte Fraktion.
Aufgabe 1
a) Recherchieren Sie* im Internet oder in Ihrem Chemie-Buch, wie viele Glockenböden ein Fraktionierturm hat, der in einer Erdölraffinerie eingesetzt wird.
b) Wie ist ein solcher Glockenboden überhaupt konstruiert? Auch hier würde eine Recherche Sinn machen! |
*Da sich diese Seiten auch an Schüler(innen) der gymnasialen Oberstufe richten, habe ich hier bei den Aufgaben und an anderen Stellen die Anrede "Sie" gewählt. Ich hoffe, dass sich die Schüler(innen) der Sekundarstufe I dadurch nicht irritieren lassen (schließlich seid ihr auch bald Oberstufenschüler, ihr könnte euch schon mal an das "Sie" gewöhnen).
ErdölEiner der "fossilen Brennstoffe"; eine zähe, dunkelbraune bis schwarze Flüssigkeit mit üblem Geruch, die jede Menge verschiedener Kohlenwasserstoffe mit teils sehr langen C-Ketten enthält. Erdöl wird durch Raffination (fraktionierte Destillation) in zahlreiche Fraktionen zerlegt, von denen Benzin, Diesel und Heizöl wohl die bekanntesten sind.
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Das ist doch wohl nur der Ansatz einer "Definition". Da ich mit meinen Seiten der Wikipedia keine Konkurrenz machen möchte und auch nicht kann, würde ich vorschlagen, dass Sie sich auf der Wikipedia selbst mal über Erdöl informieren.
Foliensätze für Kollegen zum Thema Chemie siehe Folienseite
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