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Messung der Reaktionsgeschwindigkeit |
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Bei der Reaktion zwischen Salzsäure und einem unedlen Metall wie Magnesium oder Zink haben wir die Reaktionsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Reaktionszeit experimentell ermittelt und den Kolbenprober sogar gefilmt, um möglichst viele genaue Messwerte zu ermitteln. ZielsetzungWir wollen nun untersuchen, wie die Geschwindigkeit der H2-Bildung von der Konzentration der Salzsäure abhängt. Es geht also um die Beziehung vR = f(c(HCl)) Um diese Beziehung experimentell zu ermitteln, gibt es zwei völlig verschiedene Vorgehensweisen. Methode 1Wir bauen den bekannten Versuch (Erlenmeyerkolben, Kolbenprober etc.) fünf oder sechsmal auf (gleichzeitig, wenn wir so viele Kolbenprober besitzen, sonst nacheinander mit dem gleichen Kolbenprober). Beim ersten Versuch verwenden wir Salzsäure der Konzentration c(HCl) = 1 mol/l, beim zweiten Versuch nehmen wir eine geringere Konzentration, beispielsweise 0,5 mol/l, beim dritten Versuch eine noch geringere Konzentration, vielleicht 0,2 mol/l, und so weiter. Mit Hilfe der Kolbenprober messen wir dann jeweils, wie viel Wasserstoff innerhalb der ersten zehn Sekunden der Reaktion entstehen. Kritik: Diese Methode ist entweder sehr geräteaufwändig (sechs Kolbenprober!) oder sehr zeitaufwändig (sechs Messungen nacheinander). Allerdings liefert diese Methode recht brauchbare Ergebnisse. Methode 2Wir analysieren die Messergebnisse des Kolbenprober-Versuchs genauer. Kritik: Bei dieser Methode reicht ein Durchgang des Versuchs völlig aus, sie ist weder geräte- noch zeitaufwändig. Allerdings muss der Versuch mit dem Kolbenprober sehr sorgfältig durchgeführt werden, und die Messdaten müssen lückenlos protokolliert werden. Wenn das H2-Volumen zu Beginn des Versuchs sehr schnell zunimmt, muss der Kolbenprober gefilmt werden, so dass nachher die Einzelbilder des Films ausgewertet werden können. Außerdem ist die Auswertung des Messwerte etwas komplizierter als bei der ersten Methode (siehe weiter unten). |
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vR in Abhängigkeit von c(HCl)Ich habe hier die zweite Methode gewählt; der Versuch wurde sorgfältig vorbereitet und durchgeführt, und der Kolbenprober wurde gefilmt, so dass die Auswertung kein Problem sein sollte. Schritt 1:
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Schritt 2:
Damit Ihnen das Verfahren zur Berechnung der HCl-Konzentration zu einem bestimmten Zeitpunkt t klar wird, wollen wir gemeinsam einmal berechnen, wie groß c(HCl) nach exakt 5 Sekunden ist.
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Die MomentangeschwindigkeitEin weiterer wichtiger Begriff aus der Reaktionskinetik ist die Momentangeschwindigkeit. Die Momentangeschwindigkeit kann man nicht direkt messen, sondern nur mathematisch herleiten. Dazu muss man den Zeitraum Dt gegen Null streben lassen. Graphisch erhält man die Momentangeschwindigkeit für einen Zeitpunkt t, indem man die Tangente an die Kurve legt. Die Momentangeschwindigkeit ist dann die Steigung dieser Tangente. Wenn Sie jetzt an Differentialrechnung denken, so haben Sie völlig Recht: Mathematisch gesehen ist die Momentangeschwindigkeit nichts anderes als die erste Ableitung der Konzentrations-Zeit-Kurve. |
Die Durchschnittsgeschwindigkeit kann man leicht praktisch ermitteln: Zu zwei Zeitpunkten t1 und t2 die Konzentration c1 bzw. c2 eines Eduktes oder Produktes ermitteln und dann Dc = t2-t1 durch Dt = t2-t1 dividieren. |
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Die Abbildung links zeigt, wie man die Momentangeschwindigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt tx ermitteln kann: man legt eine Tangente an die Kurve und berechnet dann deren Steigung. Da eine lineare Beziehung zwischen V(H2) und c(HCl) besteht, kann man hier tatsächlich die Geschwindigkeit der Reaktion mit Hilfe der V(H2)-Kurve ermitteln. |
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Aus dem Mathematik-Unterricht ist Ihnen sicherlich bekannt, dass Tangenten eine Steigung haben, die entweder positiv oder negativ ist. Die Steigung der Tangente in der oberen Abbildung ist zum Beispiel positiv. Würden wir eine Tangente an die entsprechende Kurve für c(HCl) legen, so hätte diese Tangente eine negative Steigung. Betrachten Sie nun bitte die folgende Gleichung:
Diese Gleichung besagt nichts anderes, als dass die Reaktionsgeschwindigkeit ein positives Vorzeichen hat, wenn man die Konzentration der Produkte analysiert. Untersucht man dagegen die Konzentration der Edukte, so nimmt die Reaktionsgeschwindigkeit ab, somit hat der Quotient Dc/Dt ein negatives Vorzeichen. Diese Gleichung gilt natürlich nur dann, wenn für jedes Mol Edukt, das verbraucht wird, genau ein Mol Produkt entsteht. Ansonsten müsste man die stöchiometrischen Koeffizienten mit berücksichtigen. |
Da die Konzentration der Ausgangsstoffe (Edukte) immer abnimmt, v aber immer einen positiven Wert hat, ist das Minuszeichen vor dem zweiten Term notwendig. |
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