Alkanale oder Aldehyde sind Kohlenstoffverbindungen mit der funktionellen Gruppe -CHO, die auch als Aldehydgruppe bezeichnet wird.

Abb. 1: Die allgemeine Struktur von Alkanalen und Alkanonen.
Die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Aldehyde werden durch diese funktionelle Gruppe bestimmt. Von besonderer Bedeutung für die Aldehydgruppe ist das elektronegative O-Atom, das die Elektronen der C=O-Doppelbindung an sich zieht und dadurch ein positiv polarisiertes C-Atom erzeugt. Die positive Teilladung an dem C-Atom ist der Grund dafür, dass gerne negativ geladene Ionen oder negativ polarisierte Moleküle angelagert werden. Diese werden, da sie sich gern an ein positiv geladenes C-Atom anlagern, als Nucleophile ("Kern liebende Teilchen", Singular = Nucleophil) bezeichnet.

Abb. 2: Das C-Atom der Aldehydgruppe wird gern von Nucleophilen angegriffen
Daher ist die Nucleophile Addition die typische Reaktion der Aldehyde und Ketone.
Abhängig vom organischen Rest R, der an die Aldehydgruppe gebunden ist, unterscheide man aliphatische und aromatische Aldehyde:

Abb. 3: Aliphatische und aromatische Aldehyde
Daneben gibt es weitere Aldehyde, zum Beispiel die heterozyklischen Aldehyde. Diese ähneln den aromatischen Aldehyden, allerdings enthält das aromatische System (beispielsweise der Benzolring) Fremdatome wie Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel.
Im Chemieunterricht in der gymnasialen Oberstufe werden wir uns hauptsächlich mit aliphatischen Aldehyden wie Methanal (Formaldehyd) und Ethanal (Acetaldehyd) sowie mit aromatischen Aldehyden wie Benzaldehyd beschäftigen.
Die Namensgebung der aliphatischen Aldehyde ist recht einfach: Man hängt einfach die Endigung "al" an den Namen des entsprechenden Alkans an. So leitet sich vom Methan das Methanal ab (der Formaldehyd), vom Ethan das Ethanal (der Acetaldehyd), vom Propan das Propanal und so weiter.
Das O-Atom der Aldehydgruppe ist negativ polarisiert und besitzt zudem zwei freie Elektronenpaare, es ist mit anderen Worten in der Lage, Wasserstoffbrücken-Bindungen mit anderen Molekülen zu bilden, zum Beispiel mit Wasser-Molekülen. Daher sind die niedermolekularen Aldehyde wie Methanal und Ethanal gut wasserlöslich; bei den höheren Aldehyden überwiegt dann der unpolare Einfluss der Alkylgruppe.
Das freie H-Atom der Aldehydgruppe -CHO ist nicht an ein elektronegatives Atom gebunden (N oder O), sondern sitzt an einem C-Atom. Daher kann dieses H-Atom keine H-Brücken mit den O-Atomen eines anderen Aldehyd-Moleküls bilden. Es gibt also keine H-Brücken zwischen den Molekülen eines flüssigen Aldehyds. Die einzigen Kräfte, die zwischen diesen Molekülen wirken, sind die schwächeren Dipol-Dipol-Wechselwirkungen.

Abb. 4: Intermolekulare Bindungen bei Alkanen, Aldehyden und Alkoholen (von links nach rechts)
Da Aldehyd-Moleküle untereinander keine H-Brücken bilden können, sind die Siedepunkte niedriger als bei den Alkoholen, aber - bedingt durch die polare C=O-Gruppe - wesentlich höher als bei den entsprechenden Alkanen. Höherkettige Aldehyde sind hochviskos, mit zunehmender Kettenlänge werden sie schließlich fest.
Typisch für die Aldehyde ist die Nucleophile Addition, die - je nach Reaktionspartner - zu den unterschiedlichsten Verbindungen führen kann. Eine andere wichtige Reaktion der Aldehyde ist die Oxidation, die zu Carbonsäuren führt, und die Reduktion, mit der man primäre Alkohole erhält.
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