GanglienzellenEin bestimmter Typ von Nervenzellen in der Netzhaut. Die Ganglienzellen sind über die Bipolarzellen und die Amakrinzellen mit den Photorezeptoren verbunden. Ihre Axone ziehen über den Sehnerv direkt in das Sehzentrum des Gehirns. Die Ganglienzellen, von denen es übrigens mindestens 20 verschiedene Typen in der Netzhaut gibt, senden Aktionspotenziale zum Gehirn, wenn sie durch die Neurotransmitter erregt sind, die von den Bipolarzellen oder Amakrinzellen ausgeschüttet werden.
In der Zeichnung rechts sehen Sie einen Ausschnitt aus der Netzhaut. Die Photorezeptoren sind gelb gezeichnet, die Bipolarzellen grün, und die Ganglienzellen orange. Plus- und Minus-Zeichen stehen für erregende bzw. hemmende Synapsen.
Eine Ganglienzelle ist normalerweise nicht mit einer Bipolar- oder Amakrinzelle verbunden, sondern mit mehreren. Man spricht hier auch von rezeptiven Feldern. Zu einem rezeptiven Feld gehören alle Photorezeptoren, die mit einer bestimmten Ganglienzelle verbunden sind. Mehr dazu siehe "rezeptive Felder".
Im Jahre 2000 hat man einen speziellen Typ von Ganglienzellen gefunden, der direkt auf Lichtreize reagiert, allerdings wesentlich langsamer als die Photorezeptoren (siehe spektrumdirekt, Der Dritte im Bunde). Man entdeckte in diesen Ganglienzellen das Photopigment Melanopsin und vermutete, dass diese Ganglienzellen etwas mit der inneren Uhr zu tun haben. Die innere Uhr des Menschen hat einen geringfügig anderen Rhythmus als der Tag-Nacht-Rhythmus der Erde und muss daher gelegentlich synchronisiert werden. Dazu könnte dieser neu entdeckte Typ von Photorezeptoren beitragen, vermutet man.
Neurobiologie/Neuronale Verschaltungen und Sinne/Optischer Sinn/
Weiterleitung der optischen Informationen zum Gehirn
Der Dritte im Bunde. spektrumdirekt vom 08.02.2002 (Konto erforderlich).