Helmichs Chemie-Lexikon

Decarboxylierung

Unter einer Decarboxylierung versteht man die Abspaltung eines Kohlendioxid-Moleküls aus einer organischen Verbindung. Besonders leicht geht das, wenn eine Carboxy-Gruppe im Molekül vorhanden ist, also bei Carbonsäuren, vor allem bei den sogenannten β-Ketosäuren. Das sind Carbonsäuren, bei denen die COOH-Gruppe an einer C=O-Gruppe hängt, wie bei dem folgenden Beispiel. Auch die 1,3-Dicarbonsäuren (zum Beispiel Malonsäure) können leicht decarboxyliert werden.

Hier ein Beispiel aus der Biologie. Im vierten Schritt des Citratzyklus wird der C5-Körper α-Ketoglutarat decarboxyliert, und zwar zu Succinyl-Coenzym A. Einzelheiten hierzu finden Sie auf den Citratzyklus-Seiten.

Das α-Ketoglutarat ist keine β-Ketosäure, sondern eine α-Ketosäure. Das erste C-Atom (im Bild unten) ist Bestandteil der COOH-Gruppe, das benachbarte α-C-Atom ist Teil einer Carbonyl-Gruppe. α-Ketosäuren sind stabiler als β-Ketosäuren, die oft schon bei Zimmertemperatur unter Decarboxylierung zerfallen. Bei α-Ketosäuren ist entweder eine höhere Temperatur oder ein Katalysator notwendig.

➥Decarboxylierungen

Auf dieser Seite in der Abteilung "Studienvorbereitung Organik" wird der Mechanismus der Decarboxylierung von Carbonsäuren ausführlich beschrieben.

➥Decarboxylierungen im Citratzyklus

Diese Seite, ebenfalls in der "Studienvorbereitung Organik", geht speziell auf die verschiedenen Decarboxylierungsschritte im Citratzyklus ein.