Helmichs Biochemie-Lexikon

Bipolarzellen

Ein bestimmter Typ von Nervenzellen in der Netzhaut. Die Bipolarzellen heißen so wegen ihrer Gestalt: In der Mitte der dicke Zellleib mit dem Zellkern, auf jeder Seite ein kräftiger Fortsatz, der eine ist mit den Photorezeptoren der Retina verbunden, der andere mit den Ganglienzellen.

Bipolarzellen werden durch die von den Photorezeptoren ausgeschütteten Neurotransmitter erregt; sie bilden allerdings keine Aktionspotenziale aus, sondern reagieren lediglich mit einer starken Depolarisierung von ca. -20 mV auf die Neurotransmitter-Ausschüttung der Photorezeptoren.

Die Synapsen zwischen Bipolarzellen und Ganglienzellen können erregend oder hemmend sein. Man unterscheidet hier ON-Bipolarzellen (erregende Neurotransmitter) und OFF-Bipolarzellen (hemmende Neurotransmitter).

Im "Normalfall" handelt es sich um OFF-Bipolarzellen, welche die Ganglienzellen daran hindern, im Dunklen Aktionspotenziale zum Gehirn zu schicken.

Der Neurotransmitter, den die meisten Bipolarzellen ausschütten, ist Glutaminsäure bzw. deren Salz Glutamat. Bipolarzellen, die mit Zapfen verbunden sind, setzen aber die Aminosäure Glycin als Neurotransmitter frei.

In der Zeichnung rechts sehen Sie einen Ausschnitt aus der Netzhaut. Die Photorezeptoren sind gelb gezeichnet, die Bipolarzellen grün, und die Ganglienzellen orange. Plus- und Minus-Zeichen stehen für erregende bzw. hemmende Synapsen. Hier handelt es sich also um eine OFF-Bipolarzelle.


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Neurobiologie/Neuronale Verschaltungen und Sinne/Optischer Sinn/
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(C) Ulrich Helmich, Dezember 2009





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