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Mehlwürmer in der Temperaturorgel

Die Idee

von Ulrich Helmich (www.u-helmich.de)

Eines Tages irgendwann im Jahre 2000 hatten die Schüler des Biologie-Leistungskurses der Stufe 12 und ich die Idee, mal zu ermitteln, wie sich Mehlwürmer bei unterschiedlichen Temperaturen verhalten. Es handelte sich also um eine typisch autökologische Fragestellung.

Nach einer kurzen Literaturrecherche hatten wir dann eine passende Versuchsanordnung gefunden, nämlich die Temperaturorgel.

Ich erspare Ihnen eine Beschreibung des Versuchs, er ging nämlich völlig in die Hose. Einige Tiere mussten ihr Leben lassen, weil der Schüler, der das rechte Ende der Temperaturorgel erhitzen sollte, mit dem Bunsenbrenner nicht sehr vorsichtig war. Daher nochmals der Hinweis: Nehmen Sie bitte etwas weniger offensives als einen Bunsenbrenner oder eine Heizplatte zum Erhitzen der rechten Seite der Temperaturorgel. Ein Topf mit 70°C heißem Wasser sollte auf jeden Fall genügen.

Das war ja vielleicht ein Versuch, den mein Bio-LK und ich im Jahre 2000 durchgeführt haben...

Ergebnisse

Da wir in unserem Kurs nun aufgrund der unsachgemäßen Überhitzung der Temperaturorgel keine brauchbaren Ergebnisse erzielen konnten, müssen wir uns hier mit fiktiven Idealergebnissen begnügen. Eine graphische Darstellung dieser Idealergebnisse könnte so aussehen:

Ganz links, dort wo es sehr kalt ist (0 bis 5 ºC) halten sich nur wenige Tiere auf, ebenso ganz rechts, dort wo es sehr warm ist (über 40 ºC). In der Mitte finden sich die meisten Tiere (21 bis 25 ºC), rechts und links von der Mitte kann man auch noch viele Tiere zählen.

Warum sich einige Tiere in den extremen Temperaturzonen antreffen lassen, darüber kann man nur spekulieren. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, wieso ein Mehlwurm freiwillig eine Temperaturzone aufsuchen sollte, in der es extrem kalt oder extrem heiß ist. Aber ähnliche Beobachtungen kann man bei solchen Versuchen immer wieder machen.

Toleranzkurven

Wenn wir die Balken der obigen Graphik durch eine geschwungene Kurve verbinden, so sehen wir folgendes Bild:

Die grüne Kurve ist mathematisch natürlich nicht korrekt, aber in der Biologie ist es nun mal üblich, diskrete Messwerte durch geschwungene Linien zu verbinden; das sieht einfach besser aus.

Außerdem würde man in der Tat eine geschwungene Linie erhalten, wenn man die Zahl der Temperaturzonen und gleichzeitig die Zahl der verwendeten Tiere stark erhöhen würde. Bei 100.000 Temperaturzonen und 1.000.000 Tieren würde man keine Balken mehr erkennen, wenn man das Diagramm auf einem A4-Blatt zeichnen würde.

Die auf diese Weise erhaltene idealisierte Kurve bezeichnen wir als Toleranzkurve, da sie die Temperaturtoleranz der Tiere wiedergibt.

Wir erkennen, dass die meisten Tiere mittlere Temperaturen bevorzugen, während nur wenige Tiere extrem kalte oder extrem heiße Temperaturen aufsuchen. Eine solche Kurve wird auch als Glockenkurve oder Normalverteilung bezeichnet.

siehe auch:

Lexikoneintrag Toleranzkurve

nächset Seite zur Toleranzkurve

Zusammenfassung:

Die Temperaturpräferenz von Mehlwürmern kann man mit Hilfe einer Temperaturorgel untersuchen. Dabei stellt sich heraus, dass die meisten Tiere mittlere Temperaturen bevorzugen, während nur wenige Tiere extrem kalte oder extrem heiße Temperaturen aufsuchen. Die graphische Darstellung dieser Verteilung hat die Form einer Glockenkurve und wird allgemein als Toleranzkurve bezeichnet, da sie die Temperaturtoleranz der Tiere wiedergibt.





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(C) Ulrich Helmich, Januar 2012





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